Das Verdeck öffnen, Sonne genießen und aus einer gewöhnlichen Autofahrt ein kleines Erlebnis machen: Cabrios haben ihren ganz eigenen Reiz. Doch auf deutschen Straßen und vor allem in den Modellprogrammen der Hersteller werden sie zunehmend zur Seltenheit.
Viele bekannte Cabrio-Modelle sind bereits verschwunden oder werden nicht mehr neu aufgelegt. Gleichzeitig neigt sich der Sommer dem Ende zu. Für Cabrio-Besitzer stellt sich deshalb eine interessante Frage:
Solltest Du Dein Cabrio jetzt noch verkaufen - oder lohnt es sich, auf steigende Preise zu warten?
Denn weniger Cabrios auf dem Markt könnten theoretisch für höhere Gebrauchtwagenpreise sorgen. Ganz so einfach ist die Rechnung allerdings nicht.
Warum werden Cabrios immer seltener?
Noch vor einigen Jahren gehörte ein Cabrio bei vielen Herstellern selbstverständlich zum Modellprogramm. Kompakte Cabrios, sportliche Roadster und offene Varianten klassischer Limousinen waren in zahlreichen Preisklassen erhältlich.
Heute sieht der Markt anders aus. Einige Hersteller haben sich komplett aus bestimmten Cabrio-Segmenten zurückgezogen. Dafür gibt es mehrere Gründe.
SUVs und Crossover haben das Cabrio verdrängt
Der Geschmack der Autokäufer hat sich verändert. SUVs und Crossover sind gefragt, weil sie Platz, Alltagstauglichkeit und eine erhöhte Sitzposition bieten. Für Hersteller ist es wirtschaftlich attraktiver, zusätzliche SUV-Varianten anzubieten, als ein vergleichsweise kleines Cabrio-Segment zu bedienen.
Cabrios sind aufwendig zu entwickeln
Ein Fahrzeug ohne festes Dach stellt besondere Anforderungen an die Karosserie. Die fehlende Dachstruktur muss durch zusätzliche Verstärkungen ausgeglichen werden. Hinzu kommen das Verdeck beziehungsweise Klappdach, dessen Mechanik und weitere konstruktive Besonderheiten.
Das bedeutet zusätzliche Entwicklungs- und Produktionskosten - bei vergleichsweise kleinen Stückzahlen.
Elektromobilität verändert die Modellpaletten
Der Wandel zur Elektromobilität spielt ebenfalls eine Rolle. Hersteller investieren Milliarden in neue Plattformen, Batterietechnik und elektrische Modellreihen. Nischenmodelle wie Cabrios haben dabei häufig keine Priorität.
Elektrische Cabrios existieren zwar, sind bislang aber eine Ausnahme.
Bekannte Cabrios sind bereits vom Neuwagenmarkt verschwunden
Wer sich an den Automarkt der 2000er- und 2010er-Jahre erinnert, kennt eine ganze Reihe von Modellen, die heute nur noch gebraucht erhältlich sind.
Dazu zählen beispielsweise Fahrzeuge wie:
- VW Golf Cabriolet
- VW Eos
- Opel Cascada
- Opel Astra TwinTop
- Ford Focus CC
- Ford StreetKa
- Renault Mégane CC
- Peugeot 207 CC
- Peugeot 308 CC
- Volvo C70
- Nissan 350Z Roadster
- Audi TT Roadster
Gerade im Bereich der bezahlbaren Kompaktcabrios ist die Auswahl deutlich kleiner geworden.
Doch macht genau das diese Fahrzeuge automatisch wertvoll?
Werden gebrauchte Cabrios jetzt im Wert steigen?
Weniger Angebot bedeutet nicht automatisch steigende Preise.
Das ist einer der wichtigsten Punkte, wenn Du überlegst, Dein Cabrio als mögliche Wertanlage zu behalten.
Damit ein älteres Fahrzeug deutlich an Wert gewinnt, muss nicht nur das Angebot sinken. Es braucht gleichzeitig genügend Käufer, die genau dieses Modell haben möchten.
Ein seltenes Cabrio, nach dem kaum jemand sucht, wird deshalb nicht automatisch zum begehrten Klassiker.
Diese Faktoren beeinflussen den Wert eines Cabrios
Besonders wichtig sind:
- Modell und Baureihe: Manche Fahrzeuge entwickeln mit zunehmendem Alter eine deutlich stärkere Fangemeinde als andere.
- Motorisierung: Leistungsstarke, seltene oder charakteristische Motorvarianten können gefragter sein als gewöhnliche Basismotorisierungen.
- Originalzustand: Unverbastelte Fahrzeuge mit nachvollziehbarer Historie sind bei Liebhabern häufig besonders interessant.
- Kilometerstand: Eine ungewöhnlich niedrige Laufleistung kann den Wert positiv beeinflussen.
- Pflegezustand: Lack, Innenraum, Felgen und insbesondere das Verdeck sollten möglichst gut erhalten sein.
- Ausstattung: Bestimmte Farben, Sonderausstattungen oder seltene Ausstattungspakete können einen Unterschied machen.
- Stückzahl: Eine tatsächlich seltene Modell- oder Motorvariante kann langfristig interessanter werden.
Wird jedes eingestellte Cabrio irgendwann zum Klassiker?
Nein. Genau hier solltest Du realistisch bleiben.
Ein VW Eos, Opel Cascada oder Peugeot CC kann aufgrund sinkender Bestände in Zukunft durchaus seltener werden. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass sich der heutige Marktwert innerhalb weniger Jahre vervielfacht.
Bei besonderen Roadstern, leistungsstarken Motorisierungen, limitierten Varianten oder außergewöhnlich gut erhaltenen Exemplaren kann die Situation anders aussehen.
Wer ein Cabrio ausschließlich in der Hoffnung auf eine Wertsteigerung behält, sollte außerdem die laufenden Kosten berücksichtigen.
Versicherung, Steuer, Wartung, Reparaturen, Stellplatz und Alterung laufen schließlich weiter.
Cabrio jetzt verkaufen oder bis zum Frühjahr warten?
Neben einer möglichen langfristigen Wertentwicklung gibt es noch eine kurzfristigere Frage:
Wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um ein Cabrio zu verkaufen?
Grundsätzlich gilt das Frühjahr als attraktive Cabrio-Saison. Sobald die ersten warmen Tage kommen, steigt bei vielen Autofahrern die Lust auf ein offenes Fahrzeug.
Im Herbst und Winter ist das Interesse häufig geringer.
Das bedeutet aber nicht, dass Du Dein Cabrio Ende des Sommers grundsätzlich nicht verkaufen solltest.
Warten bis zum Frühjahr kann sinnvoll sein, wenn …
- Dein Cabrio in einem sehr guten Zustand ist,
- Du einen trockenen und geschützten Stellplatz hast,
- das Fahrzeug über den Winter kaum Kosten verursacht,
- kein größerer Reparaturbedarf absehbar ist und
- Du beim Verkaufszeitpunkt flexibel bist.
Ein Verkauf jetzt kann sinnvoll sein, wenn …
- Du das Fahrzeug ohnehin nicht mehr benötigst,
- Versicherung, Steuer oder Stellplatz weiter Kosten verursachen,
- Reparaturen oder TÜV-Arbeiten bevorstehen,
- bereits technische Probleme vorhanden sind oder
- Du Dich nicht um Einlagerung und Überwinterung kümmern möchtest.
Nur für die Hoffnung auf einen etwas besseren Frühjahrspreis mehrere Monate Kosten zu tragen, lohnt sich nicht in jedem Fall.
Defektes Cabrio: Warten lohnt sich häufig noch weniger
Anders sieht die Rechnung bei einem Cabrio mit technischen Problemen aus.
Ein Motorschaden, Getriebeschaden, Elektronikfehler oder defektes Verdeck wird durch einige Monate Standzeit normalerweise nicht besser. Im Gegenteil: Lange Standzeiten können weitere Probleme verursachen.
Besonders Cabrio-spezifische Defekte können teuer werden.
Defektes Stoffverdeck
Ein beschädigtes Stoffverdeck kann Feuchtigkeit in den Innenraum lassen. Daraus können Schimmel, Korrosion und Schäden an elektrischen Bauteilen entstehen.
Elektrisches Verdeck funktioniert nicht mehr
Hydraulikpumpen, Elektromotoren, Sensoren, Steuergeräte und die Dachmechanik können hohe Reparaturkosten verursachen. Besonders bei älteren Fahrzeugen stellt sich schnell die Frage, ob eine Reparatur wirtschaftlich noch sinnvoll ist.
Probleme beim Klappdach
Modelle mit Metall-Klappdach besitzen teilweise komplexe Mechanismen mit zahlreichen Sensoren und beweglichen Bauteilen. Eine Fehlersuche kann entsprechend aufwendig werden.
Motor- oder Getriebeschaden
Auch klassische technische Schäden können bei einem älteren Cabrio schnell einen erheblichen Teil des Fahrzeugwerts erreichen.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Auto mit Motorschaden oder ein Fahrzeug mit Getriebeschaden unrepariert zu verkaufen.
Cabrio mit Unfallschaden verkaufen
Ein weiterer Sonderfall sind Unfallfahrzeuge.
Gerade bei Cabrios kann ein größerer Unfall kritisch sein, weil die Karosseriestruktur eine wichtige Rolle für die Stabilität des Fahrzeugs spielt. Ist die Reparatur im Verhältnis zum Restwert zu teuer, kommt ein Verkauf im beschädigten Zustand infrage.
Autoankauf ADAM kauft deshalb auch Unfallwagen an.
Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob es sich um ein älteres Kompaktcabrio, einen Roadster oder ein hochwertiges Premium-Cabrio handelt.
Cabrio verkaufen - auch mit hoher Laufleistung oder Defekten
Du möchtest Dein Cabrio verkaufen, aber es ist nicht mehr im perfekten Zustand?
Bei Autoankauf ADAM kannst Du auch Fahrzeuge anbieten, die sich privat möglicherweise schwieriger verkaufen lassen. Dazu gehören beispielsweise Cabrios:
- mit Motorschaden
- mit Getriebeschaden
- mit Unfallschaden
- mit defektem Verdeck
- mit Elektronikproblemen
- ohne gültige HU
- mit hoher Laufleistung
- mit Gebrauchsspuren
- mit altersbedingten Mängeln
Entscheidend ist der individuelle Zustand des Fahrzeugs.
Über das Onlineformular von Autoankauf ADAM kannst Du die wichtigsten Fahrzeugdaten übermitteln und vorhandene Schäden möglichst genau beschreiben. Fotos helfen zusätzlich dabei, das Cabrio realistisch einzuschätzen.
Fazit: Seltenheit allein macht Dein Cabrio nicht zur Wertanlage
Cabrios verschwinden zunehmend aus den Modellpaletten. Gerade klassische Kompaktcabrios und erschwingliche offene Fahrzeuge werden auf dem Neuwagenmarkt immer seltener.
Für Besitzer kann das durchaus interessant sein. Eine automatische Wertsteigerung lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Ein außergewöhnliches Modell in hervorragendem Originalzustand kann langfristig begehrt werden. Bei einem gewöhnlichen Cabrio mit hoher Laufleistung, Reparaturbedarf oder technischen Defekten kann weiteres Warten dagegen zusätzliche Kosten verursachen.
Deshalb solltest Du nicht nur fragen:
Wird mein Cabrio irgendwann mehr wert?
Mindestens genauso wichtig ist die Frage:
Was kostet es mich, das Fahrzeug bis dahin zu behalten?
Wenn Du Dein Cabrio ohnehin verkaufen möchtest, kannst Du den aktuellen Fahrzeugwert unverbindlich prüfen lassen. Autoankauf ADAM kauft Cabrios und andere Gebrauchtwagen bundesweit an - auf Wunsch auch mit Defekten oder Unfallschäden.
Hinweis
Die tatsächliche Wertentwicklung eines Cabrios lässt sich nicht sicher vorhersagen. Modell, Motorisierung, Zustand, Laufleistung, Historie sowie Angebot und Nachfrage beeinflussen den Marktwert. Dieser Beitrag stellt daher keine Wert- oder Anlageprognose dar. Für eine konkrete Einschätzung sollte immer das jeweilige Fahrzeug individuell betrachtet werden.